Gedanken-Spiele

Einen Ruf erwirbt man sich nicht mit Dingen, die man erst tun wird

Henry Ford

Die meisten Unternehmen wollen gerne gut angesehen sein. Doch was bedeutet es, einen (guten) Ruf oder ein (gutes) Image zu haben?

Inzwischen sprechen viele mittelständische Unternehmen vom Fachkräftemangel. Die einen beklagen, dass sie keine Auszubildenden finden, die anderen suchen händeringend Spezialisten und wieder andere haben eine hohe Fluktuation. Und dann gibt es Unternehmen in „schwierigen“ Branchen, wie der Gastronomie oder Hotellerie, die wiederum jede Menge an Bewerbungen erhalten, obwohl dort die Arbeitszeiten weniger „familienfreundlich“ sind, als in anderen Betrieben. Wie kann das sein? Wie schaffen es diese Unternehmen attraktiv auf Fachkräfte zu wirken? Wie erreichen diese Unternehmen diesen Ruf, das Image, ein tolles Unternehmen zu sein?

Imagebildung

Ein Image ist das Bild, das zum Beispiel die Kunden oder zukünftige Mitarbeiter im Kopf haben, wenn sie an ein Unternehmen denken oder über es sprechen. Nun ist es allerdings so, dass wir den Menschen nicht vorschreiben können, was sie über unser Unternehmen denken und sagen sollen. Welche Möglichkeit gibt es also, das Image aktiv zu formen?

Ein Ansatz dazu ist, dass ich mir als Chef mit meinen Mitarbeitern zunächst einmal selbst klar darüber werde, wie wir es gerne hätten, dass die Menschen von uns denken. Dazu muss ich mich damit beschäftigen, was uns als Unternehmen auszeichnet. Das Team kann sich zudem Fragen stellen wie: Was ist uns wichtig? Für welche Werte stehen wir und was ist unsere Positionierung? Dieser Prozess verschafft Klarheit darüber, was das gesamte Team kennzeichnet und was es unter einem guten Image versteht.

Wenn das Image beinhalten soll, dass wir zum Beispiel für einen herausragenden Service gerühmt werden, dann muss ich als Führungskraft und Chef dafür Sorge tragen, dass alle Hürden, Vorschriften und Regularien wegfallen, die meine Mitarbeiter daran hindern, für den Kunden da zu sein. Ich sollte meinen Mitarbeitern Hilfestellung und Ideen ermöglichen, wie sie den Servicegedanken wirklich leben können. „Den Worten müssen Taten folgen“, um Glaubwürdigkeit zu erreichen.

Das geht dann schon mal ans „Eingemachte“. Denn dazu müssen Abläufe und Prozesse überprüft und verändert werden. Da wird das Führungsverhalten ebenso kritisch hinterfragt wie die Kommunikation. Das ist manches Mal schmerzlich und geht auch oft nicht ohne Hilfe von Außen. Und vor allem braucht es Zeit und Durchhaltevermögen.

Keine Seifenblasen

Einen dauerhaft guten Ruf erwirbt man sich nur mit den Taten, die man tatsächlich täglich lebt. Da helfen keine schönen Worthülsen und Formulierungen, die im ersten kritischen Moment wie Seifenblasen platzen. Ein gutes Image wird durch Kontinuität im Handeln erreicht und kann im sogenannten Leitbild manifestiert werden. Somit ist dies ein Gesamt-Prozess, der immer wieder reflektiert, überdacht und feinjustiert werden muss, damit das Unternehmen lebendig bleibt und die Mitarbeiter sich mit dem Unternehmen identifizieren.

Erst wenn es im Inneren stimmig ist, dann wirkt es im Außen – bei den Kunden, potentiellen Bewerbern und Dritten, wie Lieferanten. Das ist es, was Unternehmen hilft attraktiv auf Bewerber zu wirken und den Ruf, das gute Image fördert.

Viel Erfolg und viel Freude beim Entdecken und Leben.

Agnes Baldauf

Fight - Flight - Freeze

Diese drei Begriffe definieren Verhaltensweisen. Alle drei Verhaltensweisen sind in uns Menschen angelegt. Dabei ist eines dieser drei Grundreaktionsmuster stärker ausgeprägt als die anderen beiden. Diese Ur-Instinkte sind seit der Steinzeit in uns lebendig.

Was das bedeutet ist schnell erklärt: Wenn wir in eine überraschende, unerwartete (Gefahren-) Situation geraten, dann reagiert jeder von uns unterschiedlich. Der eine rennt davon, nimmt sprichwörtlich die Beine unter den Arm, der andere kämpft und wieder ein anderer erstarrt zur Salzsäule. Keine der Reaktionen ist gut oder schlecht – alle konnten lebensrettend sein. Ich sage gerne etwas flapsig: mit einem Säbelzahntiger konntest Du nicht diskutieren – da war eine dieser Reaktionen hilfreich.

Auch wenn die heutigen „Säbelzahntiger“ anders daher kommen, hast Du eine der Reaktionen an Dir selbst vielleicht schon bemerkt: Kennst Du Menschen, die – egal um was es geht – alle Anwesenden nieder redet? Oder Menschen, die direkt laut los brüllen und ihre Ansichten kund tun?

Der moderne Steinzeitmensch

sitzt zum Beispiel im Büro. Und wenn so ein brüllender Mensch vor einem steht, reagiert jeder anders. Der eine brüllt zurück – er kämpft also. Ein anderer Typ Mensch zieht sich in sein Schneckenhaus zurück und flüchtet auf diese Art und Weise. Und ein Dritter erstarrt und wartet darauf, dass sich der Sturm wieder verzieht und die Gefahr vorüber ist.

Erkennst Du Dich in einer der Reaktionen wieder? Dann gratuliere ich Dir, denn Du hast eines Deiner Muster erkannt. Und solche uralten Muster helfen uns im Alltag mit uns und anderen Menschen sowie unterschiedlichen Situationen zurecht zu kommen.

Doch was ist, wenn wir in jeder Situation, in die wir geraten, das selbe Muster – zum Beispiel den Kampf – einsetzen? Das würde bedeuten, dass wir, auch wenn es unpassend ist, auf andere einreden oder sie anbrüllen. Oder wir „erstarren“ immerzu und werden dadurch im Beruf immer wieder übergangen oder nicht ernst genommen? Dann ist diese Verhaltensweise hinderlich und schadet uns mehr, als sie hilft. Doch was tun?

Veränderung kann gelingen

Wenn ich weiß, dass mein „typisches“ Verhaltensmuster in bestimmten Situationen für mich gut ist, dann schaue ich mir die Situationen an und belasse diese Reaktion so, wie sie ist. Als nächstes schaue ich mir an, in welchen Situationen ich zukünftig gerne eine andere Reaktion hätte. Du findest sicherlich eine Vielzahl an Möglichkeiten, die Du ändern willst.

Ein Tipp dazu: Es ist in den wenigsten Fällen erfolgreich, sich ohne Übung direkt dem Chef entgegen zu stellen. Such dir also eine Situation aus, die relativ oft vorkommt und die für Dich zügig änderbar erscheint. Eine Situation, in der Du die Aussicht auf Erfolg relativ hoch einschätzt. Und dann überlege Dir, wie Du zukünftig reagieren und was Du sagen willst. Hast Du bisher einfach alles über Dich ergehen lassen, dann könnte eine Idee sein, dass Du beim nächsten Mal zum Beispiel STOPP sagst und ergänzt: lass mich bitte darüber nachdenken.

Das verschafft Dir zum einen die Luft zum Atmen und du hast die Schockstarre überwunden. Und du gibst Dir die Zeit, die vorher überlegten Antworten zu durchdenken und zu formulieren. Oder es gibt Dir die Zeit, Dich zurück zu ziehen und nachzudenken. Auf jeden Fall hast Du anders als bisher reagiert. Und jeder noch so kleine Schritt ist ein großer Erfolg, um Veränderung zu ermöglichen.

Komm Dir selbst auf die Schliche und Veränderung ist möglich.

Agnes Baldauf

Die Würde des Menschen ist unantastbar,

sagt das Grundgesetz in Artikel 1. In Artikel zwei des Grundgesetzes steht: Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt.

Wenn ich mir das in aller Ruhe durchdenke, dann drücken diese Artikel nach meinem Verständnis alles aus, was es braucht, um gut miteinander auszukommen. Denn die Würde eines Menschen zu respektieren sowie anderen Menschen zu zugestehen, dass sie sich, wie ich ebenfalls, entfalten können, das bietet ausreichend Freiraum für alle. Somit entsteht ein Geben und Nehmen, denn wir sind alle gleichberechtigt in Bezug auf Rechte und Pflichten.

Wäre das nicht wunderbar, wenn das funktionieren würde? Es gäbe vermutlich keinen Stress, Neid und Streit mehr. Doch es ist nun einmal anders und das liegt auch mit daran, dass wir Menschen total unterschiedlich sind. Das ist auf der einen Seite sehr gut, denn die Vielfalt beinhaltet Lebendigkeit mit all den Talenten und Potenzialen. Auf der anderen Seite sind eben die unterschiedlichen Typen und Charaktere genau das, was uns im Alltag immer wieder vor Herausforderungen stellt.

Was ist Würde und Respekt?

Folgen wir dem Humanismus, so soll ein Gesellschafts- und insbesondere Bildungsideal entworfen werden, dessen Verwirklichung jedem Menschen die bestmögliche Persönlichkeitsentfaltung ermöglicht.

Das hört sich für mich ebenfalls richtig gut an. Doch alleine in Deutschland bei ca. 82 Millionen Menschen wird das eine echte Herausforderung, denn wir sind alle unterschiedlich. Jeder zieht für sich andere Grenzen, was die Freiheit betrifft. Jeder versteht ein bisschen etwas anderes unter Würde und Respekt. Ist der Artikel eins des Grundgesetzes so etwas wie ein hoffnungsloses Unterfangen? Ich hoffe nicht.

Gibt es einen gemeinsamen Nenner, der Orientierung bietet? Wenn ich mir so manche Geschehnisse in den Sozialen Medien oder auch im Realen Leben anschaue, bekomme ich doch große Zweifel. Wie viel Stress, Neid und Unzufriedenheit bis hin zu Hass herrscht oder beherrscht den Menschen? Ich bin da oftmals fassungslos. Können wir uns wirklich nicht darauf einigen, dass wir jedem wenigstens seine eigene Meinung zugestehen? Oder dass wir den anderen einfach mal ausreden lassen und einen Satz so stehen lassen, wie er gesagt ist? Wir könnten, statt direkt eine Idee oder eine Meinung verbal zu „sezieren“ auch einfach mal nachfragen, was damit gemeint ist. Wie klingt das? Was würde solch ein anderes Verhalten bewirken?

Ich meine, es ist doch wunderbar, dass es zum Beispiel unterschiedliche Musik gibt – für jeden Musikgeschmack ist etwas dabei. Ich muss deswegen den Musik-Stil des Anderen nicht mögen und teilen, doch ich kann dem anderen zugestehen, dass er bei „seiner“ Musik gut abschalten kann. Und geht das nicht auch mit unterschiedlichen Meinungen und Ideen? Ich selbst habe gute Freunde, die mir manches Mal etwas – für mich – Unangenehmes sagen. Mir also nicht nach dem Mund reden. Das tut manches Mal weh, doch es zeigt mir auch Chancen auf, wo ich besser werden kann. Besser im Sinne von Reflektieren und „In-mich-gehen“, um dann zu wachsen und Dinge zukünftig anders und vielleicht auch erfolgreicher zu gestalten. Auch wenn es unangenehm ist - genau das hilft mir, mich weiter zu entwickeln und aus den (oftmals bequemen) Routinen heraus zu kommen. Das bedeutet nicht, dass ich die Meinung des Anderen übernehme oder alles unreflektiert annehme.

Daher meine ich, dass es sich lohnt, den anderen ebenso zu würdigen wie ich mich selbst würdige oder gewürdigt wissen will. Für unsere Ideen, unsere Meinung, Offenheit und unser gutes Miteinander. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass ein gelassener (würdevoller) Umgang mit anderen Meinungen viel an Emotionen aus Diskussionen nimmt und diese versachlicht. Auch werden Missverständnisse verringert. Ich bin gespannt auf Eure Erfahrungen und wünsche Euch gutes Gelingen

Agnes Baldauf

„A goal without a plan is just a wish.“

Antoine De Saint-Exupery

Bald ist es wieder soweit: am 31. Dezember feiern wir den Übergang in ein neues Jahr. Wir sind zu Hause mit der Familie, bei Freunden oder feiern bei anderen Veranstaltungen. Egal wo und wie wir feiern, eines wird für die Meisten das gleiche Ritual sein: Punkt 24 Uhr wird das neue Jahr mit Sekt und / oder Böllern begrüßt und einige werden gute Vorsätze für das neue Jahr fassen.

Der Eine will mit dem Rauchen aufhören. Ein anderer will mehr Sport machen oder andere wiederum wollen endlich den Job wechseln oder mehr Zeit mit der Familie verbringen. Und wie oft höre ich im neuen Jahr – meist schon nach 14 Tagen – dass sich die Vorsätze in Luft aufgelöst haben. Manches Mal folgt keine Begründung, wieso jemand aufgehört hat oder ich höre Erklärungen wie: „es ist noch zu kalt für Sport“ - „ohne Zigarette habe ich sofort zugenommen“. Wie auch immer – die guten Vorsätze sind verschwunden.

Der innere Schweinehund

Dieser scheint unüberwindbar. Wieso hat der innere Schweinehund eine so hohe Macht über uns? Ist das wirklich so oder ist es einfach nur eine super Ausrede, denn ich würde so gern, aber er lässt mich nicht?

Ich kann Dir versichern: Dein innerer Schweinehund lässt alles zu, wenn Du es wirklich willst. “Jaaaa,“ sagen sich jetzt vielleicht einige „ich will wirklich, aber…..“ Und es ist auch so, dass viele den Vorsatz an Silvester richtig ernst meinen, es wirklich wollen und vorhaben. Doch wenn Du ganz ehrlich zu Dir selbst bist: Alles, was dann folgt, wenn es schwer oder erst gar nicht begonnen wird, sind Ausflüchte.

Ein Vorsatz (wish) ist im Endeffekt einfach nur ein (Vor-)Satz, dem weitere folgen können. Ich wage mal ein Gedankenspiel. Wenn wir aus einem Vor-Satz ein Vor-Spiel machen, wie klingt das für Dich? Ein Vor-Spiel kommt vor dem eigentlichen Spiel und steigert die Vor-Freude auf das, was noch kommt. In der Liebe ebenso wie zum Beispiel beim „Sport machen wollen“. Das Vor-Spiel zu genießen, um dann im Endeffekt die Kondition zu steigern oder gesünder zu sein – ist das nicht eine schöne Vorstellung? Du wechselst die Perspektive und kannst damit die langfristigen Erfolge besser visualisieren.

Hürden meistern

Es gibt einen Spruch, der sinngemäß lautet: Wenn Du etwas wirklich willst, findest Du Wege, sonst findest Du Ausreden. Lass uns doch mal schauen, was Deine Vorhaben, außer dem Perspektivwechsel, sonst noch stützten kann. Wer eine Veränderung einleiten möchte, braucht ein Ziel (goal). Dieses muss so formuliert sein, dass es messbar wird. „Weniger rauchen oder mehr Zeit für die Familie“ sind keine messbaren Ziele. Begriffe wie „mehr“ oder „weniger“ sind wage, dehnbar und haben für jeden Menschen eine unterschiedliche Bedeutung. Mehr Sport machen bedeutet für jemanden, der schon einmal pro Woche im Fitness-Studio ist, vielleicht zukünftig zweimal pro Woche zu gehen. Für einen anderen bedeutet es, statt viermal im Monat Sport zu machen, dass er ab sofort fünfmal im Monat trainiert. Jeder macht mehr, doch quantitativ ist es unterschiedlich.

Wie kommst Du nun zu messbaren Zielen? Es gibt die sogenannte Smart-Regel, nach der Du Dein Ziel formulieren kannst. Ein smartes Ziel bedeutet, es muss:

Spezifisch – Messbar – Angemessen – Relevant - Terminiert sein.

Spezifisch bedeutet, dass Du Dein Ziel ausführlich und konkret formulierst. Eine Idee dazu ist: Ich gehe ab sofort mit einer Laufgruppe joggen. Messbar heißt, das Ziel in Zahlen zu formulieren, wie zum Beispiel „einmal pro Woche, zwei km, jeden Sonntag“ oder ähnliches. Je konkreter und messbarer, umso besser. Dabei kannst Du mit kleinen Werten starten und zum Beispiel schreiben: „Jeden Sonntag gehe ich einen Kilometer joggen und nach acht Wochen steigere ich das auf 1,5 km.“ So fängst Du an, Dir einen ersten Plan (plan) zu schmieden, damit Du Dein Ziel (goal) erreichen kannst.

Aus der spezifischen und messbaren Formulierung ergibt sich der nächste Begriff in der Smart-Regel. Angemessen bedeutet, dass es für Dein Tempo, Deine Kondition, Deine Situation „wie angegossen“ sein soll. Wenn ein Ziel nicht zu Deinen Ressourcen und Kapazitäten passt, dann ist Resignation fast schon vorprogrammiert. Der ein oder andere kennt es eventuell aus der Arbeitswelt, wo Ziele „von oben“ vorgegeben werden (dort sind sie vermutlich angemessen) doch für diejenigen, die diese Ziele umsetzen müssen, sind sie oft nicht realisierbar.

Weniger ist mehr

Dieser Spruch von Mies van der Rohe ist, wie ich finde, für viele Bereiche passend. Es ist völlig in Ordnung, wenn Du langsam oder in kleinen Schritten beginnst. Denn: wer langsam geht, kommt auch ans Ziel. Bedenke, dass Du mit niemandem im Wettbewerb stehst, sondern dich auf Deinen Weg machst, Dein Leben zu verändern. Und da sind kleine Schritte oft hilfreicher für das Durchhaltevermögen.

In Bezug auf den Begriff „Relevant“ schaust Du, ob das, was Du vorhast für Dich wirklich wichtig ist. Für andere mag Dein Vorhaben utopisch, verrückt oder unwichtig sein. Lass Dich davon nicht abbringen. Wenn Du in Dich hinein spürst und fühlst, dass es Dir gut tut, dann geh los. Nur das zählt.

Terminiere Deine Ziele. Jedes Ziel braucht ein Ende. Das ist im 100 Meter Lauf die Ziellinie oder im Handball der Abpfiff. Danach schauen die Sportler, was steht als nächstes an und wo können sie besser werden. Das darfst auch Du tun. Formuliere Ziellinien, an denen Du Deine Ergebnisse kontrollierst. In unserem obigen Beispiel (Jeden Sonntag gehe ich einen Kilometer joggen und nach acht Wochen steigere ich das auf 1,5 km) habe ich eine Ziellinie eingebaut – die 8 Wochen. Du entscheidest selbst, wann Du kontrollierst und ob Du das Tempo oder die Entfernung steigerst.

Gemeinsam geht es besser

Egal, was Du vorhast. Gemeinsam ist es oft leichter, Ziele zu formulieren und diese zu erreichen. Schau, ob Du eine Sportgruppe, Fitness-Studio oder andere „zukünftige Nicht-Raucher“ findest. Sprich auch mit einem Arzt, damit Du Deine Gesundheit gut fördern kannst. Und sprich mit deiner Familie, wann ihr gemeinsam Zeit verbringen und was ihr dann unternehmen wollt. Und damit schmiedest Du zusammen mit den anderen Deinen Plan.

Und noch ein Tipp: Formuliere Dein Ziel im Präsens. Das heißt, dass Wörter wie „wollen, möchten, sollten“ vermieden werden. Diese gesamte Vorgehensweise macht aus einem Vor-Satz ein konkretes Vorhaben. Und dann leg los. Denn Erfolg hat drei Buchstaben: T.U.N. Alles andere sind Luftblasen, die zu schnell platzen.

Ich wünsche Dir gutes Gelingen

Agnes Baldauf

Wenn die Warnlampe angeht

Nehmen wir an, im Auto leuchtet eine rote Warnlampe auf. Das bedeutet sinngemäß „Motor verliert Öl“. Vermutlich würde keiner auf die Idee kommen, einen Aufkleber - vielleicht sogar einen Smiley - über das Licht zu kleben und damit zufrieden zu sein nach dem Motto: was ich nicht sehe gibt es nicht und alles ist gut. Ich vermute, jeder würde schnellstens in die Werkstatt fahren und einen Profi nach der Ursache schauen lassen.

So vernünftig reagieren die Meisten von uns auch, wenn es um den PC geht. Mit entsprechender Software werden die Daten vor Viren und ungewolltem Zugriff geschützt.

Doch wie sieht es mit unserem körperlichen und seelischen Schutz aus? Wie kümmerst Du Dich um Deine Fitness, Beweglichkeit und seelische Gesundheit?

Das „berühmte“ Hamsterrad

Inzwischen ist vielen Menschen bewusst, dass körperliche Schwächen auch durch Stress ausgelöst werden können. Oder dass Burnout durch eine ungesunde Dauerbelastung entstehen kann. Und dennoch wissen die Wenigsten, wie sie vorbeugen und sich selbst schützen können oder sie tun es einfach nicht. Es gibt Menschen, die sich im Urlaub, bei Wellness-Wochenenden oder durch Seminare und Motivationsveranstaltungen Besserung und Erlösung erhoffen – doch meist sind diese Effekte am ersten oder zweiten Arbeitstag wieder verschwunden. Die erste Email-Flut, das erste anstrengende Meeting oder die kritischen Rückmeldungen von Kunden und Kollegen kommen auf einen zu und schwupps ist man wieder im Hamsterrad gefangen. Das kommt Dir bekannt vor? Ist Dir das selbst schon so gegangen oder kennst Menschen, denen es so ergeht?

Dabei möchte ein Großteil der Menschen „einfach nur arbeiten, erfolgreich und zufrieden sein“. Doch was ist Zufriedenheit, was ist Erfolg und was ist Glück? Wer macht mich zufrieden, wie werde und bleibe ich erfolgreich oder wie erhalte ich mein Glück? Was ist es für Dich ganz persönlich?

Die gute Nachricht ist, dass Zufriedenheit, Erfolg und Glück jeder Einzelne für sich definieren kann und dies selbstverständlich auch tun sollte. Die weniger gute Nachricht mag für viele sein, dass der Erhalt aller drei Zustände eine tägliche Aufgabe darstellt und mit Disziplin und Engagement verbunden ist.

Den Kreislauf in Schwung bringen

Beginnen wir mit der körperlichen Fitness. Als Jugendliche habe ich u.a. Volleyball gespielt und war viel Schwimmen. Später, als ich mit dem Berufsleben begonnen hatte, habe ich diverse Fitness-Studio-Mitgliedschaften abgeschlossen, doch regelmäßig hingegangen bin ich nicht. Ich habe es darauf geschoben, dass ich keine Zeit habe, mir das insgesamt alles zu anstrengend ist oder es hat geregnet oder es war mir zu heiß. Kurzum: ich hatte immer die passende Ausrede parat.

Doch so ganz ohne Bewegung war ich nicht wirklich zufrieden. Freunde meinten: dann mach doch Yoga oder fang wieder mit dem Schwimmen an. Ich hatte viele gute Ratschläge erhalten und doch hat keiner zu mir gepasst. Ich habe schlussendlich heraus gefunden, was für mich und meinen Lebensstil passt. Inzwischen tue ich etwas für mich tue mit Spaß und guter Laune ohne jeglichen Druck. Ich habe diesen „Höher-Schneller-Weiter-Modus“ aus meinen Gedanken verbannt und genieße es, zu tanzen, wenn ich möchte. Dabei kann ich abschalten, meine Gedanken sortieren und einen klaren Kopf bekommen. Auch gehe ich nach Möglichkeit und ohne irgendeine Mitgliedschaft zum Trampolin-Jump und power mich eine Stunde aus. Ich habe für mich zusätzlich ein Trainingsprogramm gefunden (Fit ohne Geräte von Mark Lauren), das ich dreimal die Woche zu Hause mache. Alles so, dass ich meinen Zeitplan als Selbständige und die Sport-Aktivitäten individuell aufeinander abstimmen kann.

Für mich funktioniert das prima und ich denke, dass auch Du für Dich eine schöne Idee finden kannst, die für Dich funktioniert. Vielleicht ist es das Fitness-Studio oder das Joggen. Vielleicht ist es Yoga, Pilates, ein langer Spaziergang, ein Mannschafts-Sport oder oder oder. Ich finde wichtig, dass Du etwas tust. Es geht nicht darum in einen Wettbewerb zu starten und in der Freizeit einen neuen Stressfaktor zu kreieren. Es darum, den „inneren Schweinehund“ zu überwinden und den Sport zu finden, der Dir Spaß macht – auch wenn es zu Beginn vielleicht nur einmal die Woche ist. Denn Bewegung bringt den Kreislauf in Schwung.

Stress lass nach

Dann schauen wir uns an, woher Stress im Job kommen kann. Was mir oft erzählt wird ist, dass die Arbeit kein Ende nimmt. Es häuft sich zum Beispiel immer mehr auf dem Schreibtisch auf. Das kann verschiedene Ursachen haben: zum Einen könnte es sein, dass tatsächlich eine dauerhafte Unterbesetzung im Unternehmen vorliegt. Zum Anderen könnte es sein, dass die Kollegen mich um Unterstützung bitten und ich nicht Nein sagen kann.

Im ersten Fall, der „chronischen“ Unterbesetzung wäre ein Gespräch mit den Kollegen und Führungskräften ein Ansatz. Die Kollegen ansprechen? Den Vorgesetzten? Ich sehe es fast bildlich vor mir, wie der ein oder andere Leser das Flattern bekommt bei dem Gedanken sich den Vorgesetzten oder Kollegen anzuvertrauen. Und das kann ich nachvollziehen und verstehen. Wer sich bisher noch nie damit beschäftigen musste, sich zu wehren oder für bestimmte Dinge vor anderen zu sprechen, der tut sich schwer damit. Dazu braucht es Mut.

Doch Gesprächsführung ist erlernbar und ich habe mehrfach erlebt, dass, wenn einer den Anfang macht und das Thema anspricht, die Kollegen oft dankbar sind, dass sich einer traut und die Problematik endlich auf den Tisch kommt. So manches Mal war die Lösung schlicht eine andere Priorisierung der Aufgaben oder andere Abläufe der Aufgaben, die eine Entlastung brachte.

Im zweiten Fall liegt es an Dir zu lernen, Nein zu sagen. Vielleicht magst Du denken: da wechsel ich lieber in eine andere Abteilung oder ein anderes Unternehmen. Das ist eine Möglichkeit. Doch aus Erfahrung weiß ich, dass der Wechsel meist wenig Verbesserung bringt. Denn auch in der neuen Umgebung gibt es Menschen, die heraus finden, dass Du sie scheinbar bereitwillig unterstützt. Die meisten sind wirklich dankbar dafür und meinen es auch nicht böse oder wollen dich ausnutzen. Doch solche gibt es eben auch.

Ursachenforschung

Also woran liegt es, dass es Dir nicht gelingt, NEIN zu sagen? Als Kleinkinder konnten wir das doch sehr gut, wenn die Eltern wollten, dass wir Aufräumen oder etwas Gesundes essen. Was ist in der Zeit zwischen Kind und Erwachsensein passiert? Wieso können manche Menschen den Kollegen nichts abschlagen?

Auch dies kann unterschiedliche Ursachen haben. Eine davon kann sein, dass wir als junge Menschen (unbewusst) gelernt haben, wie toll es ist, dazu zu gehören und anerkannt zu sein. Und manch einer hat sehr viel dafür getan, dass dieses Gefühl nicht aufhört. So kann es dazu gekommen sein, dass Du dies als Erwachsener im Beruf weiterhin tust. „Gefallen wollen“ bedeutet, den anderen Arbeit abzunehmen und damit Anerkennung zu haben, wie nett Du bist oder was Du alles für andere tust. Ein Teufelskreis, denn wenn die Anerkennung ausbleibt, musst Du quasi noch mehr tun, um sie zu erhalten. Das erzeugt Druck, Stress und kann krank und unglücklich machen.

Eine andere Form des Hamsterrades ist es, wenn Du von Klein auf gelernt hast, dass nur die Leistung zählt. So strengst Du dich immer mehr an, um noch mehr Leistung zu erbringen und das kann zu Stress und im schlimmsten Falle auch zum Ausfall – Burn-Out – führen. Gut ist keine Form des seelischen und möglicherweise körperlichen Unglücks. Doch es gibt Ansätze, aus dem Hamsterrädern auszusteigen, wenn Du das möchtest. Idealerweise so frühzeitig wie möglich, bevor es zum Crash kommt.

Schau mal, ob Du bei Dir Muster erkennst, die Du als hinderlich empfindest. Das kann etwas ähnliches aus dem Beruf sein, wie oben beschrieben. Es kann auch sein, dass Du in der Familie immer der Erste bist, der sich anbietet, dass die Familienfeier bei Euch zu Hause statt finden. Und wenn Du Dich hinterher sehr häufig fragst „Warum habe ich mir das – wieder einmal - angetan?“, dann sind das Anzeichen für hinderliche Muster und Routinen. Und wenn Du nicht alleine auf Lösungsansätze kommst, um aus dem Hamsterrad auszusteigen, dann sprich mit Deinem Partner drüber und findet gemeinsam Ideen, wie es gehen könnte.

Auch hier sehe ich fast schon bildlich vor mir, wie manche den Kopf schütteln uns sagen: „das geht nicht – der Partner versteht nicht, warum ich da jedes Mal ein Thema habe“. Das kenne ich aus eigener Erfahrung und von meinen Kunden. Das ist etwas ganz Normales und Verständliches. Doch auch das ist lösbar im Gespräch und vielleicht hilft es ja, sich abends mal ohne Fernseher zusammen zu setzen und über solche Themen zu philosophieren.

Ich wünsche Dir Gelassenheit und Zufriedenheit und gute Ergebnisse.

Agnes Baldauf

Greta Thunberg – Wie ein Mädchen zeigt, dass jeder etwas bewirken und verändern kann

oder nach Gandhi: „Sei Du die Veränderung, die Du Dir in der Welt wünschst.“

Wenn ich aktuell die Welt betrachte, habe ich den Eindruck, dass wir als Menschheit am Abgrund stehen – nicht nur ökologisch, sondern auch als friedliche Gesellschaft. Dass wir jedoch auch – mehr denn je – die Wahl haben, ob wir bewusst umkehren oder den Schritt vorwärts machen wollen.

Rabbi Eliezer sagt: Kehre um einen Tag vor dem Tod! Seine Schüler fragten Rabbi Eliezer: Weiß denn der Mensch, an welchem Tag er stirbt? Er sagt ihnen: umso mehr kehre er noch heute um, falls er morgen sterben sollte. So verbringt er all seine Tage in Umkehr.

In welcher Welt wollen wir leben? Das ist für mich eine der grundlegenden Fragen an mich selbst und alle Leser.

Die junge Generation rund um Fridays for Future zeigt uns mit ihren Protesten zum Klimaschutz die Notwendigkeit des Umdenken und Umkehrens auf. Diese Kids könnten sich bequem zurücklehnen, sich von Mutti und Vati „bepampern“ lassen und das Leben genießen. Denn noch nie hatte eine Generation vorher - vor allem in den westlichen Ländern - so viel Freiheit, „Dauer-Frieden“, Wohlstand und Optionen, sich zu entfalten und zu verwirklichen. Und doch gehen sie auf die Straße, um für die Zukunft zu demonstrieren.

"Die reinste Form des Wahnsinns ist es, alles beim Alten zu lassen und gleichzeitig zu hoffen, dass sich etwas ändert"
Albert Einstein, Physiker

Veränderung und Handeln am Beispiel Klimaschutz bedeutet nicht: Zurück in die Steinzeit so dass wir auf alle modernen Errungenschaften und Technologien verzichten müssen. Es bedeutet meiner Ansicht nach vor allem den bewussten Umgang mit allen Arten von Ressourcen, die wir haben. Und ich beziehe damit auch die eigenen, persönlichen Ressourcen mit ein. Denn wie viele von uns leiden unter Stress, Burn-out, Unzufriedenheit oder Unruhe im Alltag?

Persönliche Ressourcen sind unter anderem der Körper, die Gesundheit, das geistige Potenzial, Talente und Fähigkeiten, Zeit und auch Geld. Wann habe ich mir zuletzt Gedanken darüber gemacht, ob und wie ich meine Ressourcen so nutze, schätze und schütze, dass ich mich wohl fühle und es mir gut geht?

Gute Güte, wird sich vielleicht manch einer denken. Das ist doch total egoistisch, an sich selbst zu denken. Da stimme ich zu. Das ist egoistisch und gleichzeitig fördert es das Zusammenleben mit der Familie, den Freunden und so weiter. Denn wenn ich selbst mit mir und meinem Leben zufrieden bin und zum Beispiel gerne zur Arbeit gehe oder die Zeit mit der Familie genieße, dann reduzieren sich Stress und Konflikte fast automatisch. Ich als Individuum trage also dazu bei, wie es anderen, dem Kollektiv, der Gesellschaft geht.

In der Bibel gibt es den Spruch: Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst. Doch wie kann ich meinen Nächsten – meinen Partner zum Beispiel – mit allen seinen Stärken und Schwächen lieben, wenn ich meine eigenen Stärken nicht kenne und einbringe oder mich wegen meiner Schwächen ständig ärgere? Wie viele Menschen sind zum Beispiel nicht mit ihrem Körper zufrieden und mäkeln daran herum? Oder wie viele fühlen sich zwischen den Erwartungen und Anforderungen aus Beruf und Familie aufgerieben? Und wie äußert sich das? Wir reden mehr über das, was uns missfällt und schauen auf andere, die es scheinbar besser haben. Wir grämen uns, verlieren uns in Neid oder Frustration und das führt oft dazu, dass wir das Positive und Gute aus den Augen verlieren? Wie soll das zu einer glücklichen Partnerschaft oder positivem Betriebsklima führen?

Lerne, Dich so zu akzeptieren wie Du bist und lerne Deine Stärken und Talente in den Vordergrund zu stellen. Akzeptiere auch andere, so wie sie sind und arbeite daran, das zu verändern, wo Du bei Dir selbst Einfluss nehmen kannst.

Erfolg hat drei Buchstaben: T.U.N.

Doch wie kann so eine Veränderung gelingen? Von vielen Menschen ist das Erste, das ich höre: „ich würde gerne doch ich habe keine Zeit.“ Da widerspreche ich sofort und antworte: „Doch. Wir alle haben 24 Stunden Zeit jeden Tag zur Verfügung. Wir teilen sie meist nur ungünstig ein“.

Und wenn ich in meinen Coachings mit meinen Kunden gemeinsam anfange zu analysieren, finden wir oftmals „Zeitdiebe“ wie Emails lesen, Facebook-Status aktualisieren, Serien schauen, chillen und so weiter. Das hat alles seine Berechtigung – auch ich bin auf Facebook aktiv oder chille.

Doch die Fragen sind: Wann tue ich dies und wie oft? Und vor allem: Was ist mir wirklich wichtig? Wenn es für mich von Bedeutung ist, dass ich rund um die Uhr in den sozialen Medien online und aktiv bin – dann ist das in Ordnung und hat seine Berechtigung. Doch das ist – mal offen gesprochen – nur für ganz Wenige wirklich relevant.

Also wie kannst Du vorgehen: Setze dich in aller Ruhe hin und fange an zu überlegen, was willst Du wirklich. Welche Bedürfnisse und Wünsche hast Du? In welchen Bereichen willst Du effektiver, zufriedener und gelassener werden? Und welche Zeitdiebe reduzierst oder streichst Du?

Die ersten Schritte

Nimm ein weißes Blatt Papier und erstelle eine MindMap. Schreibe Deinen Namen in die Mitte und Deine Lebensbereiche um Dich herum auf. Lebensbereiche sind unter anderem Familie, Beruf, Gesundheit, Finanzen, Freizeit, Sport, Vereine/Ehrenamt, Freunde. Da darf jeder seine individuellen Verfeinerungen vornehmen. Eventuell hast Du mehrere ehrenamtliche Tätigkeiten, die Du einzeln aufführst.

Dann stelle Dir die Frage: was davon ist Dir wirklich wichtig. Da kannst Du mit dem Schulnotensystem arbeiten und von „1 = sehr wichtig bis 6 = gar nicht wichtig“ Deine Lebensbereiche bewerten. Und dann schreibe genau mit dem selben System dazu, wo verbringst Du die meiste Zeit? (1= sehr viel Zeit bis 6 0= zu wenig Zeit). Und das öffnet schon oftmals die Augen.

Mögliche Ergebnisse

In meiner Arbeit mit den unterschiedlichsten Menschen kommen erstaunliche Dinge zu Tage. Es kann sein, dass Du viel Zeit mit oder in deinem Beruf verbringst und Dir das auch sehr wichtig ist. Denn Du kannst damit dich und Deine Familie ernähren, in Urlaub fahren, die Miete bezahlen und so weiter. Das ist eine gute Erkenntnis, die Dir Klarheit und Erleichterung gibt, wenn Du siehst, was Dir der Job tatsächlich alles ermöglicht. Das ist also völlig in Ordnung, dort die Ressource Zeit zu investieren. Ein guter Ausgleich kann dann zum Beispiel Sport, spielen mit den Kindern oder ein paar Stunden Ehrenamt sein.

Vielleicht ist es auch so, dass Dir Deine Gesundheit sehr wichtig ist, Du jedoch zu wenig Zeit aufwendest, darauf zu achten und sie zu fördern. Dann wäre eine Option, Deine Ernährung oder sportliche Aktivitäten zu überprüfen. Vielleicht fängst Du mit Spaziergängen an oder gehst ins Sportstudio?

Durch diese einfache Analyse erhältst Du in jedem Fall Ansatzpunkte für die Prioritäten in Deinem Leben und wo Du etwas ändern kannst.

Und ja, manches Mal schmerzt die Erkenntnis, dass Handlungsbedarf besteht.

Denn wie soll die Ressource Zeit eingebracht werden? Wie schaffe ich es, mehr Sport zu machen oder weniger zu arbeiten? Viele der aufgeschriebenen Lebensbereiche bleiben ja erhalten und wollen integriert sein. Hier kann ein ehrliches Gespräch mit dem Partner oder einem guten Freund helfen. Auch eine neutrale Person, die dich nicht oder kaum kennt, kann mit Dir Lösungen überlegen. Als Ansprechpartner eignen sich Kollegen oder ein Mentor ebenso, wie ein Coach, der mit Dir zusammen passende Maßnahmen entwickelt und dich ein Stück weit bei der Umsetzung begleitet.

Es sind viele kleine Dinge, die jeder tun kann, um sich und sein Umfeld positiv zu verändern. Ich wünsche Dir, viel Freude beim Ausprobieren und Umsetzen. Und vielleicht tragen wir beide so zu einem friedlicheren Miteinander bei.

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Greta Thunberg hat eine Bewegung angestoßen, die weltweit für Aufregung sorgt und Menschen aktiviert. Eine Initiative in diesem Zusammenhang ist die Anthologie von Gerhard D. Wulf, die unterschiedliche Beiträge, Ideen und Gedanken zum Thema Klimaschutz gesammelt hat. Auch ich habe einen Beitrag geschrieben, in dem ich über das Thema Klimaschutz hinaus gehe - hin zum Thema Werte-Gemeinschaft.

Die Anthologie „Save our Ship“, deren Gewinn der FFF-Bewegung zu Gute kommt, gibt es über den epubli-Shop )

Das Alter ist Kopfsache oder der Jungbrunnen sitzt im Kopf

„Altbundeskanzler Helmut Schmidt sei mit 96 Jahren jünger gewesen, als drei 32-jährige.“

Als ich dies im Buch „Entscheide selbst, wie alt du bist“ gelesen hatte, musste ich erst einmal nachdenken. Wie kann das sein? Was ist damit gemeint? Meine Neugier war geweckt und so begann ich das Buch regelrecht zu verschlingen.

Sven Voelpel schlägt in seinem Buch „Entscheide selbst, wie alt du bist“ zum Beispiel vor, dass sich der Leser (in dem Falle also ich) sein letztes Klassentreffen in Erinnerung ruft und sich überlegt, welche der „ehemals gleichaltrigen“ Schulkameraden denn inzwischen „ganz schön alt aussehen“. Das war für mich ein spannendes Experiment, mir meine ehemaligen Schulkameraden vorzustellen.

Der Autor geht noch weiter. Er nennt unter anderem historische Entwicklungen und Bilder, die sich uns über Jahrzehnte einbrannten und die uns „die Alten“ mit krummen Rücken und am Stock gehend zeigen. Die Bilder und Erzählungen machen uns weis, dass Menschen im Alter ausschließlich gebrechlich sein können. Und mit diesen Bildern und Erinnerungen im Kopf wachsen wir auf und sehen uns die Welt an Ich habe mir überlegt: Wie viele Menschen in meinem Umfeld kenne ich, die der Überzeugung sind, dass ab 50 die Zipperlein losgehen und dass das „ganz normal ist und dazu gehört“? Oder wie oft höre ich ältere Menschen mit ihrem Alter „kokettieren“ wenn sie sagen, dass sie diesen „Schnick-Schnack in ihrem Alter nicht mehr lernen müssten“? Welche Vorstellungen, also Bilder und Ideen, schwirren in deren Kopf herum, dass sie so denken und sprechen?

Sven Voelpel beleuchtet das Thema in seinem Buch aus wissenschaftlicher Sicht und legt dar, dass unsere Gene nur etwa 10-30% Anteil am Alterungsprozess haben. Den weitaus höheren Anteil daran, wie alt wir uns fühlen, haben unsere Lebensführung und unserer persönliche Einstellung. Wichtig: es geht dabei um das biologische, das „gefühlte“ Alter oder auch den körperlichen Gesundheitszustand und nicht um das kalendarische Datum. Das bleibt, wie es ist.

Sicherlich kann das gefühlte Alter oder eine längere Lebenszeit nicht auf einen Aspekt reduziert werden. Es wäre fahrlässig, das zu behaupten. Doch wenn ich neben einer gesunden Lebensführung, Sport und Ernährung durch eine neue Denkweise dazu beitragen kann, dass ich mich jünger fühle und auch andere Themen leichter und gelassener angehen kann, ist das eine interessante Option. Denn „Menschen mit einer positiven Lebenseinstellung leben im Schnitt 7,5 Jahre länger“, so Sven Voelpel in seinem Buch.

Wenn das so ist:, dann bedeutet das, dass ich – sobald ich meine Lebensführung ändere, länger jung und fit bleibe? Na, das ist doch einfach: ein bisschen mehr Sport, mehr Obst und Gemüse, das scheint mir machbar.

Doch wie ist das mit meiner persönlichen Einstellung? Wie kann ich diese ändern? Geht das überhaupt? Und welche Einstellung zu bestimmten Themen habe ich überhaupt?

Für die Erläuterung möchte ich ein bisschen ausholen: Jeder Mensch denkt etwa 80.000 Gedanken pro Tag. Davon ist der größte Teil unbewusstes Denken. Das gilt auch für mich und bedeutet, dass ich gar nicht anders kann, als ständig zu denken. Heißt das nun, dass ich, um beim Beispiel zu bleiben, quasi immerzu bewusst und unbewusst an mein „Alter“ denke? OK, wenn ich Muskelkater habe oder mich der Körper irgendwo zwickt, dann denke ich sicherlich bewusst daran, da werde ich durch den Körper daran erinnert. Aber unbewusst?

Ein anderes Beispiel: Wenn ich mir um etwas Sorgen mache, ist es möglich, dass ich sehr schnell mit vielen „negativen“ Gedanken beschäftigt bin, die mir die Stimmung „verhageln“ können. Mache ich mir zum Beispiel jeden Tag Sorgen darüber, wie es im Job weitergeht und dieser Zustand sehr lange andauert, dann kann ich bald gar nicht anders, als mir ständig darüber Gedanken und Sorgen zu machen. Ich rede vermutlich sogar ständig darüber, um den Ballast loszuwerden. In der Familie ist es ein Dauerthema und weitere schreckliche Gedanken zu den möglichen Folgen werden diskutiert, können gedeihen und belasten alle Beteiligten. Und ich selbst als die Hauptperson drehe mich nur noch im Kreis. All dies beeinflusst schlussendlich mein Verhältnis zur Arbeit, den Kollegen, der Firma und verändert meine Einstellung dazu. Und das sind „nur“ die bewussten Gedanken. Welchen Einfluss haben dann erst die unbewussten Gedanken, die ja deutlich in der Überzahl sind? Und vor allem wie komme ich an diese Gedanken heran?

Aus meinen etwa 80.000 Gedanken entstehen also Bilder und Worte, daraus bilden sich Stimmungen und je nachdem, wie lange ich mich in einer bestimmten Stimmung befinde, wird dies zu meiner Einstellung und damit zu meiner persönlichen Wahrheit. Ein erster Ansatz meinen unbewussten Gedanken auf die Schliche zu kommen, ist, meine Worte und meine Sprache zu beobachten. Nutze ich oft Worte wie „Problem“, „man müsste“ oder nutze ich Floskeln wie „das ist halt so“?

Alles was ich denke, äußert sich in meiner Sprache, in meiner Körperhaltung und in meiner Einstellung. Denn wer geknickt ist, läuft eher mit hängenden Schultern herum. Wer sich mies fühlt, lächelt weniger. Wer glücklich ist, steckt andere damit an und so weiter.

Es sind also alle meine Gedanken aktiv und zeigen sich auf die ein oder andere Art und Weise. Das bedeutet für mich auch: So wie ich über mich und mein Alter denke so fühle ich mich auch irgendwann - entweder älter oder junggeblieben. Ich trage damit eine große Verantwortung. Denn wie auch immer ich denke - jeder Gedanke lebt und wirkt in mir selbst und in meinem Umfeld.

Das heißt, ich selbst habe es in der Hand, wie meine Gedanken auf mich abfärben – also meine persönliche Einstellung sich auch nach außen zeigt. Beobachte ich meine täglichen Situationen und Gespräche, kann ich erkennen, ob ich Themen wie zum Beispiel „das Alter“ einfach als unveränderbar hinnehme oder bewusst und aktiv meine Lebensführung und Einstellung verändere.

Folgende Fragen kannst Du dir stellen In welcher Art und Weise denke ich über bestimmte Themen wie Alter, Beruf, Stress und vieles mehr? Wieeso habe ich diese oder jene Gedanken? Vielleicht erinnern sie dich an deine Eltern und du bist damit aufgewachsen? Und wie kann ich mein Denken so verändern, dass ich dauerhaft bewusster und positiver denken? Denn schließlich möchte ich so lange wie möglich stressfrei sein bzw. mich jung fühlen.

Ich habe für mich herausgefunden, dass mir positives Denken gut tut. Positives Denken bedeutet nicht, all das, was mir nicht gefällt auszublenden. Es bedeutet auch nicht, dass es keine Rückschläge oder Tiefs mehr gibt oder dass alles schön geredet wird. Positives Denken heißt nicht, dass der gesunde Menschenverstand ausgeschaltet wird. Probleme lösen sich durch eine positive Denkweise nicht in Luft auf – auch bleibe ich faktisch nicht für immer 25 Jahre alt – doch positives Denken hilft mir aus dem Hamsterrad heraus zu treten und weitere Optionen zu sehen.

Positives Denken hilft mir, in allen Lebenslagen das Gute zu sehen. Für mich bedeutet es zudem, mit Zuversicht und Mut, jeden Tag aufs Neue die Herausforderungen und Themen in meinem Leben anzugehen. Und ich spüre dabei, dass meine Lebensfreude steigt. Das ist ein tolles Gefühl.

Positives Denken bedeutet demnach den Fokus zu verändern. Die Aufmerksamkeit auf das zu richten was schön, angenehm ist und mehr Zeit mit Menschen zu verbringen, die mir gut tun. Nur wenn ich mir das bewusst mache, dann kann ich auch etwas daran ändern.

Und wie mit allem braucht es etwas Training und Übung. Wer bisher untrainiert ist, braucht länger als ein trainierter Mensch, um zum Beispiel einen Halbmarathon in einer einigermaßen vernünftigen Zeit laufen zu können. Oder anders ausgedrückt: wer auf dem Sofa die Tour de France schaut, wird kein Radprofi.

So kannst Du anfangen. Mit einer einfachen Übung lernst Du die positiven Dinge in Deinem Leben hervorzuheben und zu verankern. Diese Übung kannst du abends vor dem Einschlafen machen. Zähle mindestens fünf Dinge Menschen oder Situationen auf, für die du an diesem Tag dankbar warst. Das kann jeden Tag etwas anderes sein – es darf sich am Anfang auch jeden Tag wiederholen.

Beispiele können sein: die S-Bahn war pünktlich, der Chef war heute außer Haus, die Kinder sind gesund und munter, ich bin morgens sicher ins Büro gekommen, ich war beim Sport und so weiter und so fort. Eben ganz individuelle Punkte oder sogenannte „Selbstverständlichkeiten“, die an diesem Tag passierten. Dabei ist es wichtig, dass du es JEDEN Abend für mindestens 21 Abende hintereinander wiederholst . Wieso gerade 21 Tage? Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und Veränderung braucht etwas Zeit. Du darfst diese neue Gewohnheit gerne dauerhaft in dein Leben integrieren und beobachte dann, was sich bei Dir verändert. Bei den meisten meiner Klienten ändert sich der Fokus auf die Dinge, die funktionieren, die sie glücklich machen und die schön sind. Und dies wiederum wirkt sich auf die Gedanken, die Sprache, die Stimmung und die Einstellung aus.

Ich wünsche Dir gutes Gelingen und viel Freude beim „dich jung fühlen“.